3. Aachener Lymphtag

 

Am 18. Oktober lud das Lymphnetz Region Aachen e.V. zu seinem „Aachener Lymphtag“ ein.
Seit dem ersten Lymphtag 2014, möchte das Lymphnetzwerk mit dieser Veranstaltung Informationen rund um das Lip- und Lymphödem, an Patienten, Ärzte, Therapeuten, Sanitätshäuser und alle Interessierten weitergeben. Zum diesjährigen „Aachener Lymphtag“ fanden über 160 Interessierte den Weg in das Mercure Hotel am Europaplatz.
Nach der Begrüßung und einleitende Worte durch den Vorsitzenden des Lymphnetzwerks Region Aachen e.V., folgten die ersten zwei Referentinnen, Frau Dr. Sigrid Kovacs und Frau Sigrid Suschka, Fachärztinnen für Dermatologie, Phlebologie und Lymphologie. Einleitend schilderten sie das Krankheitsbild des Lip- und Lymphödems. Sie erläuterten die verschiedenen Ursachen, Einteilungen und Schweregrade der Ödeme.

Der folgende Vortrag stand unter der Überschrift „Eine Patientengeschichte“. Hier wurde das Lipödem aus Sicht einer Betroffenen eindrucksvoll und gefühlsbetont erzählt. Frau Hannah Spich verdeutlichte den Anwesenden, wie hoch der Leidensdruck sein kann, den viele Lipödem-patientinnen mit ihr teilen.
Sie zeigte jedoch auch ganz deutlich, wie wichtig die Eigeninitiative und die Mitarbeit in der Therapie sind. Entgegen der leider häufig verbreiteten Aussage, dass weder Sport noch eine Ernährungsumstellung zu einer Umfangsreduktion bei einem Lipödem führen, wurde hier durch Wort und Bild das Gegenteil bewiesen.
Weiterhin berichtete Frau Spich über die Durchführung einer Liposuktion, einer operativen Maßnahme zur Entfernung der krankhaften Fettzellen. Diese führte letztlich für sie, zu einem Leben ohne Kompressionsversorgung und Lymphdrainagen.

Nach den ersten beiden Vorträgen, wurde mit einer kleinen „Modenschau“ die Pause eingeläutete. Hierzu haben die Hersteller, Patientinnen mit aktuellen Kompressions-versorgungen ausgestattet. Während der Pause konnten sich die Besucher an den Ständen der ausstellenden Industrie, in Gesprächen mit den Referenten und Anwesenden Ärzten, Therapeuten und Sanitätshausmitarbeitern, informieren und Antworten auf ihre Fragen bekommen.

Nach der Pause brachte Herr Albrecht Richter, Physiotherapeut und Dozent an der Dr. Vodder Akademie, den Besuchern die „Kombinierte Physikalische Therapie“ nahe. Dieses Gesamtkonzept ist die effektive konservative Therapie bei Lip- und Lymphödemen. Sie umfasst die Lymphdrainage, Hautpflege, Kompression, Bewegungstherapie und die Information und Schulung der Patienten. Betroffene die über ihr Krankheitsbild und die adäquate Therapie aufgeklärt sind, können leichter über die Qualität ihrer Behandlung urteilen. Herr Richter gab mit seinem Vortrag einen wichtigen Anhaltspunkt hierzu.

Im abschließenden Vortrag zeigte Herr David Puschmann, Facharzt für Chirurgie, Gefäßchirurgie und Phlebologie, welche Komplikationen bei einem Lymphödem auftreten können. Durch die gestörte Versorgung der Haut, können offene Wunden entstehen, die eine umfangreiche Versorgung und Therapie benötigen.
Wie in allen Vorträgen zuvor, verdeutlichte auch Herr Puschmann die Bedeutsamkeit der gesamten „Komplexen Physikalischen Entstauungstherapie“, mit allen Elementen.

Der 3. Aachener Lymphtag zeigte, wie groß das Interesse an Aufklärung zu dem Thema der Lymphologie ist. Das Lymphnetz Region Aachen e.V. bedankt sich bei allen Referenten und Besuchern und freut sich bereits jetzt auf den 4. Aachener Lymphtag im nächsten Jahr.

René Gebauer